Programm2Eine „schöne Bescherung“ war unserer Auslöser für die Gründung vom Evangelischen Podium im Landkreis Dachau. Anfang 1986 bekamen die Evangelischen Gemeinden im Landkreis eine Aufforderung von der Leitung der Elly-Heuß-Knapp-Schule München, wir sollten selbst für die Ausbildung unserer Mutter-Kind-Gruppenleiterinnen sorgen. Die Münchner „Mütter“- Schule sei durch die zahlreichen Münchner Anmeldungen zu den Kursen derart überlastet, dass umliegende Landkreise nicht mehr bedient werden könnten. Betroffen davon waren alle evangelischen Kirchengemeinden im Landkreis. Wir fragten beim evangelischen Erwachsenenbildungswerk München (EBW) um Rat. Der Leiter des EBW Alexander Gregory unterbreitete uns den Vorschlag, eine Geschäftsstelle für Evangelische Erwachsenenbildung im Landkreis zu eröffnen, damit wir  Zuschussanträge für zusätzlich erforderliche Bildungsmaßnahmen beim Landkreis und den zuständigen Kommunen stellen könnten. Das EBW München bot uns fachliche Unterstützung bei der Gründung und Beratung für den laufenden Bildungs- und Ausbildungsbetrieb an.

 

Am 18. März 1986 trafen sich zur Gründungsversammlung für das Evangelische Podium im Landkreis Dachau Pfarrer Stählin mit Frau Birnstiel von der Friedenskirche, Pfarrer Knüpfer mit Vikar Jehnes von der Gnadenkirche, Pfarrer Dr. Biller mit dem Beauftragten für Erwachsenenbildung in der Korneliuskirche Heinz Tillich und Herr Gregory vom EBW. Die Kirchengemeinde Kemmoden- Petershausen gehörte damals noch zum Dekanatsbezirk Ingolstadt und erhielt einen Gaststatus. Erst 1989 mit der Zuordnung zum Dekanatsbezirk München nahm „Kemmoden-Petershausen“ als Mitglied mit allen Rechten und Pflichten an der Programmgestaltung des Evangelischen Podiums teil.

 

Das Evangelische Podium hatte als Mitglied des EBW München eine eigenständige Geschäftsstelle im Landkreis Dachau mit einem Sprecher und einer Geschäftsleitung. Pfarrer Knüpfer wurde Gründungssprecher. Pfarrer Dr. Biller löste ihn vereinbarungsgemäß nach einem Jahr ab. Als Geschäftsführerin startete Frau Jutta Krispenz aus Dachau. Bereits für das Frühjahr 1986 konnte das Evangelische Podium sein erstes Programm vorlegen.

 

Der Auftrag zur Erwachsenenbildung ergibt sich für uns aus dem evangelischen Selbstverständnis „von der Freiheit eines Christenmenschen“ (Martin Luther). Als Christen sind wir eingeladen, auf das Wort Gottes zu hören, das uns frei macht. Christliche Freiheit ist ein Geschenk des Glaubens. Allerdings geschieht das Hören, Lesen und Verstehen der Frohen Botschaft nicht ohne intellektuelle Anstrengung und Bildung. Davon war schon unser Reformator Martin Luther überzeugt. Von Anfang an forcierte er im Verbund mit Philipp Melanchthon die Gründung von Schulen und Bildungsstätten.

 

Wir begannen mit Ausbildungskursen für angehende Mutter-Kind-Gruppenleiterinnen. Ein brandaktuelles Thema waren damals auch die Folgen der Massenentlassungen in den großen Fahrzeugfabriken im Münchner Nordwesten. Um gemeinsam Wege aus der Krise zu suchen, boten das Evangelische Podium und die Volkshochschule Karlsfeld gemeinsam Seminare und Informationsveranstaltungen dazu an getreu dem Motto: „Bildung ist in glücklichen Zeiten eine Zierde, in unglücklichen eine Zuflucht“ (Aristoteles).

 

 

Dr. Reinhard Biller, München, den 12.02.2016

Posted by lowhuber On März - 1 - 2017 Uncategorized

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