Liebe Leserin,
lieber Leser

Unser Kopf ist rund, damit unser Denken die Richtung wechseln kann. Mit diesem Satz grüße ich Sie zum ersten Mal von dieser Seite. Besagter Satz wird dem modernen französischen Maler Francis Picabia zugeschrieben. Picabia wechselte in seiner Malerei mehrfach die Stilrichtung.

Gute Bildung sollte mehr sein als Anhäufung von Wissen und Kenntnissen. Bildung sollte etwas bewegen, und sei es nur das Denken im Kopf. Und so wünsche und hoffe ich, dass Ihnen unser Programm ein wenig den Kopf verdreht. Vielleicht zu neuen Taten!

Einige Veranstaltungen möchte ich mit einem jeweiligen „Was wäre, wenn…?“ empfehlen.

Was wäre, wenn der Evangelist Lukas eine Frau gewesen wäre? Das werden wir im Bibelgespräch „Mit Gott unterwegs“ in Karlsfeld erfragen. In Evangelium und Apostelgeschichte des Lukas kommen die Frauen besonders gut weg und häufig vor. Bei ihm heißen auch die Frauen um Jesus Jüngerinnen (Schülerinnen), obwohl es das damals gar nicht geben durfte. Lydia ist die erste Christin Europas und Hausherrin der ersten Kirche auf europäischem Boden. Maria bewahrt von der Verkündigung der Geburt Jesu an alles in ihrem Herzen. Die bittende und spendende Witwe, die suchende Hausfrau und die bindungsfreudige Martha, die die Küche verlässt und dem Lehrgespräch Jesu zuhört. Sie und viele Frauen mehr sind im Evangelium des Lukas Vorbilder des Glaubens und Bewahrerinnen der Überlieferung. Am Grab Jesu „fanden’s“ die Männer so, wie die Frauen sagten.

Was wäre, wenn wir den Regenwald nicht bewahrten und nichts zu seiner Erhaltung täten? So können sie Mitfragen beim Film „Klimawandel und Wald“ mit Nachgespräch in der Friedensinsel Odelzhausen. Was wäre, wenn endlich in jedem Sinne ein Umhandeln geschähe?

Was wäre, wenn ein entstellter junger Heavy-Metal-Fan der ach so moralischen Regierung und Gesellschaft seines Landes die Maske ihrer Verlogenheit zeigte? Der polnische Film „Die Maske“ wird uns anlässlich der deutsch-polnischen Kulturtage im Kino Cinema sicher auch unsere eigenen Masken aufzeigen. Was wäre, wenn wir längst entlarvt wären?

Was wäre, wenn wir uns bei einer der genannten oder ungenannten, mit gleich viel Liebe und Leidenschaft vorbereiteten Veranstaltung wiedersähen? Wir könnten uns dann zumindest gemeinsam den Kopf verdrehen lassen.

Sprecher der Arbeitsgemeinschaft

Posted by lowhuber On Februar - 28 - 2012