Non scolae sed vitae discimus! – Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir!
Wer jemals in der Schule Latein gelernt hat, dem mag diese Weisheit des römischen Philosophen und Staatsmannes Lucius Annaeus Seneca (4 v- Chr. – 65 n. Chr.) noch in den Ohren klingen. Eine Mahnung, die sich nicht nur an die Lernenden, sondern ebenso an die Lehrenden wendet. Denn gerade sie werden ermahnt, die Menschen für das Leben zu lehren.
In diesem guten, dem Leben dienenden Sinne tritt auch Jesus von Nazareth in jüdischer Tradition seinerzeit als Lehrer auf. Nicht ohne Grund bezeichnen ihn die Menschen deshalb oft als Meister oder als Rabbi. Er lehrt Menschen zu verstehen, was es mit dem Reich Gottes auf sich hat, dass nach seinen Aussagen nahe herbeigekommen ist. Ein Reich, das schon jetzt, und nicht erst am Ende aller Zeiten hier und da gegenwärtig ist, wo Menschen Gottes Liebe mit ihrer Gegenliebe antworten und ihren Nächsten liebe wie sich selbst. Er ruft die Menschen dazu in seine Nachfolge.
Im Unterschied zu den meisten anderen Lehrern seiner Zeit lehrt er aber nicht die Tradition der Auslegung des Gesetzes des Mose durch die Interpretation der biblischen Gebote für alle erdenklichen Lebenslagen mittels neuer Lehrsätze für jede einzelne Gelegenheit. Sondern er erzählt stattdessen Beispielgeschichten, die das Leben der Menschen und seine Komplexität ernstnehmen. Er nimmt damit die Menschen und ihre Fähigkeiten zur Verantwortung vor Gott und den Menschen ernst. Er weiß, dass die Situationen, vor die einen das Leben stellt, so zahlreich und unterschiedlich sind, dass starre
Lehrsätze niemals genügen, um Situationen zu meistern. Er gibt mit seinen Gleichnissen Orientierung. Und er traut den Menschen zu, ihr Leben mittels der eigenen ethisch verantworteten Entscheidungen zu meistern. Was er erwartet ist, dass die Menschen mutig sind und sich darauf einlassen, mit Gottes Hilfe im, vom und für das Leben zu lernen; Gott zur Ehre und den Menschen zum Segen.
Gerade dadurch erklärt sich der Auftrag, dass Kirche sich im Bereich der gesamtgesellschaftlichen Erwachsenenbildung engagiert im Dienste eines gelingenden Lebens, das aus lebenslangem Lernen im positivsten Sinne schöpft. Und das gerade heute in einer Welt, in der durch immer komplexere Systeme von Regularien und deren technische Hilfsmittel die Spielräume eigenen Ermessens, Handelns und situativen Gestaltens immer kleiner zu werden scheinen.
Deshalb möchte das Evangelische Podium als engagierte Arbeitsgemeinschaft für Angebote der Erwachsenenbildung entsprechende Lernräume bieten. Wir laden Sie dazu ein, Neues zu erfahren, darüber in Austausch und Diskurs zu kommen und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln, die dem persönlichen, aber auch dem gemeinsamen Leben dienen.
In unserem Programm finden sie dazu unterschiedlichste Angebote, hinter denen wiederum auch Menschen stehen, die mit hohem Engagement dieselben ermöglichen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind und mit Ihrer Person und Meinung unsere Angebote bereichern und damit heute und in Zukunft erst möglich machen.
Es grüßt Sie ganz herzlich im Namen des Evangelischen Podiums im Landkreis Dachau Ihr,

Robert Maier, Pfr. Sprecher der Arbeitsgemeinschaft des EPLD